Es gibt wichtige Themen, die jeder Mensch vielleicht lieber verdrängen möchte, aber dies keinesfalls tun sollte. Hierzu gehört, für den Fall vorzusorgen, wenn man die eigenen Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln kann. Genau mit diesem sensiblen Thema beschäftigte sich der Referent Hermann Schuchhardt kürzlich in den Vereinsräumen eins und zwei des Bürgerzentrums in einer Veranstaltung des SPD-Ortsbezirks Weiterstadt, dessen Vorstand Schuchhardt angehört. Nach einer kurzen Begrüßung von Klaus Ackermann, Vorsitzender des SPD-Ortsbezirks Weiterstadt, hielt Schuchhardt einen längeren Vortrag mit dem Titel „Mein Leben am Ende selbst bestimmen“. Das Publikum wurde hierbei immer wieder einbezogen. Zur Veranstaltung waren mehr als 50 Personen gekommen, was das Interesse am Thema verdeutlicht.

Vollmachten

Gleich zu Beginn des Vortrags machte Schuchhardt deutlich, wer Vorsorge treffen sollte, nämlich jeder: „Jeder kann durch Unfall, Krankheit oder im Alter in die Situation kommen, dass er nicht mehr selbst seine Angelegenheiten regeln kann.“ Es gebe grundsätzlich drei Arten der Vorsorge mit entsprechenden Vollmachten: Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung.

Den meisten Handlungsspielraum würde die Vorsorgevollmacht bieten. In dieser könnten umfassende vermögensrechtliche Angelegenheiten, Gesundheitsfragen und die Erfordernisse des täglichen Lebens enthalten sein. „Man kann fast alle Bereiche des täglichen Lebens regeln. Das setzt aber auch ein hohes Maß an Vertrauen voraus.“ Die Betreuungsverfügung greift hingegen erst dann, wenn eine gesetzliche Betreuung erforderlich ist. Ein formales Verfahren ist einzuhalten. Es verstreicht daher im Regelfall einige Zeit, bis die Betreuung eingerichtet ist. Die Kontrolle durch das Gericht führe dazu, dass das Risiko eines Missbrauchs gegenüber der Vorsorgevollmacht geringer sei. Bei der Patientenverfügung wird die Art und Weise der ärztlichen Behandlung geregelt. Wenn in der Verfügung der Wille des Patienten eindeutig festgehalten wurde, so ist dieser für die behandelnden Ärzte bindend.

Vorsorge treffen

Im Verlauf seines Vortrags ging Schuchhardt dann auf eine Vielzahl von Detailfragen ein. Hierbei entstand ein reger Dialog mit dem Publikum, das dem Referat aufmerksam folgte und zahlreiche Fragen stellte. Der Referent trug mit seinem Vortrag zur Information und Sensibilisierung der Zuhörer für die komplexen Themen bei. „Jeder Mensch sollte für sich selbst Vorsorge getroffen haben, bevor er das, aus welchen Gründen auch immer, leider nicht mehr kann“, so Schuchhardt abschließend.

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